Jedes Jahr lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Thüringen (ACK) zu einem Ökumenetag ein. Die neuapostolische Gemeinde in Meiningen konnte als Gastgeber zahlreiche Christinnen und Christen aus ganz Thüringen, die in verschiedensten christlichen Kirchen ihre Heimat haben, begrüßen. In der harmonisch verlaufenden Begegnung hat Pfarrer Stefan Kunze aus Wasungen Einblicke in kirchengeschichtliche Hintergründe, die damaligen Spannungen in den verschiedenen Regionen des Kaiserreiches und das Zustandekommen des Konzils sowie das dort verfasste Glaubensbekenntnisses vorgetragen. Insofern war dieses Konzil ein erstes ökumenisch gesinntes Treffen von mehreren hundert Bischöfen. Der einladende Kaiser Konstantin sah die Kirche als tragende Einheit in seinem Reich, da sprachliche Ausdeutungen und Missverständnisse bisheriger Gottesbilder zu Spannungen führten. Es drohte sogar die Spaltung in Ost- und Westreich seines Kaiserreiches.
Das Ringen um Beseitigung dieser misslichen Begleiterscheinungen unter den Christen damaliger Zeit führte zu dem abschließend formulierten und heute noch bekannten Glaubensbekenntnis. Vor allem das Gottesbild und die Beantwortung der Frage nach dem Verhältnis von Gott, Jesus und Heiligem Geist sind heute Grundlage und Begründung der trinitarischen Glaubensüberzeugung. Auf dieser Trinitätslehre basiert bis heute das Apostolikum als Basisbekenntnis der christlichen Glaubensgemeinschaften. In späteren Jahren wurde auf dem Konzil von Konstantinopel das in Nizäa formulierte Glaubensbekenntnis ergänzt und so gilt es bis heute.
In mehreren Gruppen gab es anschließend anregende Gespräche zu den Inhalten des Impulsvortrages sowie die Auswirkungen dieses Bekenntnisses für jeden Christen. Den Glauben zu bekennen eröffnet vielfältige Akzente im Alltag, die mit einer wohltuenden Offenheit angesprochen wurden. Auch jeder Gottesdienstbesuch ist identitätsstiftend und eines der vielen Umsetzungselemente dieses Glaubensbekenntnisses.
Mitglieder der neuapostolischen Gemeinde in Meiningen versorgten die über 60 Teilnehmenden dieser Begegnung und erhielten bei der Würdigung von Kirchenrätin Charlotte Weber (Vorsitzende der ACK Thüringen) spontanen Applaus. Es hat an nichts gemangelt.
Anschließend pilgerten die Teilnehmer, sowie zahlreiche weitere Christen aus der Stadt Meiningen in die nahe gelegene Stadtkirche und erlebten einen Ökumenischen Gottesdienst am Vorabend des Beginns des neuen Kirchenjahres. In den Predigtteilen des Landesbischofs Friedrich Kramer (EKM- Ev.-lutherische Kirche Mitteldeutschland) und Bischof Ulrich Neymeyr (Bistum Erfurt) nahmen sie Bezug auf Inhalte des christlichen Glaubensbekenntnisses. Dort ist u.a. formuliert, dass Jesus „Licht vom Licht“ ist. Auch wenn heute angesichts der weltweiten Verhältnisse vieles als Dunkelheit wahrgenommen wird, gibt es doch das "wahre Licht" durch Jesus. Von diesem Licht zu zeugen ist Aufgabe der geeinten Christenheit. Für die weiteren liturgischen Gottesdienstelemente wie beispielsweise das Glaubensbekenntnis, die Fürbitten oder der Austeilen von Licht in der Gottesdienstgemeinschaft zeichneten Vertreter anderer christlicher Kirchen verantwortlich. So wirkten auch Bischof Mike Dietel und der Gemeindevorsteher Jan Solbrig als Vertreter der Neuapostolischen Kirche mit.
Mit dem abschließenden Gruppenfoto aller Mitwirkenden endete dieser Tag des Erinnerns an das verbindende christliche Glaubensbekenntnis sowie die sich daraus ergebende Umsetzung im Alltag.
Neuapostolische Kirche